Spinnenseide
Wir lehnen während des in Nebel getunkten Sonnenuntergangs zigarrenrauchend an der weißen Rauhfasertapete, die Blicke aus blutunterlaufenen Augen dem halben Dutzend Konusspinnen, unseren traumatisierten Soldaten an der Heimatfront, wie er sie nennt, in ihren Netzen unter der Zimmerdecke widmend, ihnen zwischen unseren Handflächen geplättete Mücken in die Radnetze legend, als unseren Part des Symbiosepaktes.
Getrockneter Schlamm von meinen baren, tagesfrisch teergesprenkelten Füßen bröckelnd, reibt er mir die blutverschmierten Reste in drei waagerechten Streifen auf die Stirn.
„Bier?“ Ich nicke, wie ein epileptischer Taiko-Trommler den Hinterkopf repititiv gegen die Wand schlagend, während Ripper der streunenden schwarz-weiß gefleckten Nachbarschaftskatze ein weißes Porzellanschüsselchen voll Milch vor unser satiniertes Souterrainfenster stellt.
„Danke.“ Ich verneige mich vor ihm, das blutige weiße Zahnfleisch bleckend, dann legt er seinen masturbationsgestählten linken Arm um meine Schultern, paternalistisch, aber nicht unangenehm.