lord of life
„Ich genieße den heutigen Tag“, sagt sie, exaltiert wie ein diazepamgeschwängertes Sonnenhörnchen.
„Ja.“ Die türkis leuchtenden Pupillen durch die niedergelegten Lider versiegelt, am entvölkerten Flußufer liegend ins moosgrün schimmernde Carbonexoskelett gehüllt.
„Das letzte Mal stand ich auf der Stahlbrücke“, wispert sie, den rostbraunen unversehrten Arm müde Richtung flußabwärts schiebend, „als zwei Japanerinnen mir die plastene Wasserflasche aus der rechten Hand rissen, mich in ihre Phalanx eingliederten und uns zusammen photographierten, als wäre ich die Reinkarnation eines Kriegsgefangenen, welchen sie, die legitimen Nachkommen der Wärter, pünktlich zur zehnminütigen Teepause ins Herz geschlossen hatten.“
Sein keuchendes Husten, Gelächter, gedämpft durch das im nassen Hundszahngras gebettete Gesicht.
„Wir können entweder flußaufwärts schwimmen und Freundschaft mit einem Krokodil suchen oder auf die offene See hinausschwimmen und uns an einen Wal klammern.“
„Ja, die Wahl der Intensität des Höllenfeuers.“
„Das war sie.“
Sein gewinnendes Lächeln, in die sabberdurchzogenen Mundwinkel gepresst.
„Nicht unsere Wahl, die Wahl des Herr des Lebens.“
Sie prustete, das Gras ringsum in Vibrationen des Exoskelettes wiegend.
Der Bombenteppich legte einen Schatten über beide wie ein in Paradeformation agierender Vogelschwarm.